Kehrwieder 07.04.2019

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LDZ, 02.04.2019

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HAZ, 29.03.2019

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Pressemitteilung


Der Forschungsreisende Alexander von Humboldt hat vor zweihundert Jahren gesagt: „Man muss die Natur fühlen, sonst kann man sie nicht verstehen!“ Genauso ist es im Grunde auch mit einem Gedicht, das seinen Leser berührt und ein Fenster in eine andere Welt öffnet.

Die Idee

Mit diesem einzigartigen Kulturprojekt hier bei uns in Hildesheim holen wir die Lyrik als Kunst des Wortes zwischen verstaubten Buchdeckeln hervor und setzen sie ins Freie, ins Offene - mitten in der Stadt.

180 monumentale Gedichtbanner an insgesamt 56 verschiedenen Standorten in Hildesheim verwandeln Straßen und Plätze von Mai bis Oktober 2019 zu Orten der Poesie.
Das Ganze ist ein eher leises rezeptives Format zur Leseförderung, es eröffnet für die Besucher der Stadt neue Bezüge, verändert die Orte und inspiriert die Menschen zum Wechsel der Perspektive.

Die Texte in diesem Jahr stammen von 37 AutorInnen aus 8 verschiedenen Ländern: aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Italien, Spanien, Nicaragua, Polen und den USA... von der 16jährigen Austauschschülerin in den USA bis zum Ehrenbürger der Stadt Hi. 7 AutorInnen stammen aus der Region Hildesheim.

Mit den Lesezeichen in der Stadt laden wir die Bewohner und Besucher der Stadt zu einer literarischen Entdeckungsreise ein. Jeder Ort hat seinen eigenen Seelenzustand und wenn man ihn betritt geht er auf einen über, so ist es auch mit dem Lesen und Auflesen von Gedichten.

Poesie überschreitet hier die Grenzen eingefahrener Bahnen und nimmt im urbanen Kontext unmittelbar Stellung zur Situation und Wahrnehmung des Betrachters. Denn Lesen ist mehr als eine Kulturtechnik, viel mehr als nur nützlich.

Motto und Geist

Heimat ist der Ort, an den die Seele immer wieder zurückkehrt.

Für den russischen Dichter Iwan Turgenjew z.B. ist Heimat kein geografischer Ort, sondern der sittliche und geistige Besitz eines jeden von uns! Er schrieb: Heimat sind die tausend Fäden, die einen mit der Lebensweise verknüpfen, in der man aufgewachsen ist.

Das Pathos der eigenen Heimat vor dem Hintergrund der Vergänglichkeit des Augen- blicks hat immer etwas Reales und zugleich Utopisches. Erst recht in einer Zeit, in der die Herausforderungen für unsere kulturelle Identität nicht mehr zu übersehen sind.

Die Auswahl der Texte

Die Beiträge geben authentische Innenansichten zum Thema preis. An den für sie vorgesehenen Orten können sie bewusst einen Kontrapunkt setzen und den urbanen Raum damit literarisch aufladen.

Einen besonderen Schwerpunkt in diesem Jahr setzen wir auf Frauenliteratur. So hat uns z.B. die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann mit Gedichtempfehlungen aus ihrer persönlichen Bibliothek unterstützt.

Neben literarischen Kriterien spielte für unsere Auswahlredaktion auch die Bedeutung der jeweiligen Orte, ihre derzeitige Nutzung und ihr architektonischer Charakter für die Platzierung eine Rolle.

Viele der hier ausgewählten Texte stammen von Schreibenden, die erst durch unsere Wettbewerbe und Ausschreibungen entdeckt wurden und nun mit den Lesezeichen eine besondere Form der Veröffentlichung finden.

Bedeutung und Partizipation

Es ist die ungewöhnliche Verknüpfung von Ort und Wort, das Verweben des lyrischen Wortes mit dem alltäglichen Leben, das Unerwartete in der plötzlichen Konfrontation mit einem Gedicht, das für den Leser Bedeutung hat.

Auf diese Weise wollen wir nicht nur dichterische Lebensräume schaffen, sondern vor allem auch Menschen erreichen, die von sich aus kein Buch in die Hand nehmen und daher kaum Gelegenheit haben, an der Kunst des Wortes zu partizipieren.

Vermittlungsangebote für Jugendliche

Schwerpunkt bildet hier die Zielgruppe der 12-18jährigen Jugendlichen, die wir mit hierfür entwickelten Workshop-Angeboten zum Lesen und eigenem literarischem Tun anregen wollen.

Kooperationspartner für die zu implementierenden Workshops sind
 St. Augustinus-Schule
 Albertus Magnus Schule
 St. Markusgemeinde Hildesheim
 JUZ Nordstemmen
 ProTeam Himmelsthür, Diakonie Sorsum
 Jo-Beach, Freibad Hildesheim

Es handelt sich um didaktisch von uns bereits erprobte und ständig weiterentwickelte Konzepte zur Literaturarbeit mit Jugendlichen. Die Workshop-Leiter sind erfahrene Literaten und Kulturpädagogen.

Highlights und Innovationen

Lesezeichen - Ganz Ohr! Über die Ganz-Ohr-Aktion lassen wir zum ersten Mal alle Gedichte von einem Schauspieler auf Audiodateien einlesen, die über eine Liste der Orte im Internet abrufbar sind.
Auf diese Weise machen wir die Gedichte auch barrierefrei zugänglich und tragen sie auditiv hinaus in die Welt, ohne unserem analogen Konzept der Einmaligkeit an den jeweiligen Orten untreu zu werden.

Lesezeichen-To-Go: mit der Entwicklung dieses Spiels betreten wir Neuland in der digitalen Kulturvermittlung. Interessant für alle, die mit Smartphone unterwegs sind. Im Kontext einer spannenden Erzählung zwischen Fiktion und Realität werden die User angeregt, die Lesezeichen nicht nur passiv wahrzunehmen, sondern aktiv mit ihnen zu interagieren. Ein ideales Format auch für junge Leute. Das Spiel beginnt im Juni 2019.

Termine und Zeitfenster

 Dauer der Lesezeichen vor Ort vom 01.05. bis 31.10.2019
 25.04.2019 um 14 Uhr Abschluss der Montage Michaeliskirche
 10. ai 2019 große Auftaktlesung in der Empfangshalle des HBF-Hildesheim
 01.06.2019 Start des medialen Lesezeichen-to-go-Spiels

Kooperationspartner

27 verschiedene Institutionen in Hildesheim - darunter so gewichtige Partner wie die Deutsche Bahn, SVHI-Stadtverkehr, DSM-Deutsche Städte Medien GmbH, Arneken- Galerie, Andreaspassage, Kino, Theater, 5 Kirchengemeinden und viele mehr werden zu „Hütern der Orte“.

Daraus entsteht ein noch nie dagewesene Verbindung von funktional betrachtet weit entfernten Einrichtungen.

Perspektive und Faszination

Kein anderes Kulturprojekt in Hildesheim wird voraussichtlich eine so starke Präsenz haben. Es hat eine Strahlkraft, die weit über Hildesheim hinausreicht: deshalb wollen wir diesem Konzept auch eine nachhaltige Konsequenz geben.

Denn nur wer die Sprache hat, hat auch die Gedanken! Wir hoffen auf Ihr Interesse.

Jo Köhler
Kulturinitiator und Literaturvermittler Vorstand Forum-Literaturbüro e.V.

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Foto: Cornelia Kolbe


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